Ich verstehe nur Bahnhof
Ich verstehe überhaupt nichts von dem, was gerade gesagt wird.
ascoachCoaching Akademie seit 1989Zurück zur StartseiteGedanken · Bilder · Perspektiven
Vertraute Bilder, die mit wenigen Worten viel erzählen.
Dr. Klaus D. BiedermannZur Einführung
Nahezu alles kann man auf vielerlei Arten ausdrücken: direkt und konkret oder indirekt, bildhaft und gleichnishaft.
Metaphern und Lehrgeschichten eröffnen neue Blickwinkel. Sie sprechen nicht nur den Verstand, sondern auch Vorstellungskraft und Gefühl an. Gerade darin liegt ihre besondere Kraft: Sie laden dazu ein, vertraute Sichtweisen zu verlassen und eigene Lösungen zu entdecken.
Dr.phil. Klaus D. Biedermann hat die Inhalte dieser Sammlung zur Verfügung gestellt. Sie wird in regelmäßigen Abständen erweitert.
Untertitel 1
Ich verstehe überhaupt nichts von dem, was gerade gesagt wird.
Genau das Richtige sagen oder eine Situation treffend auf den Punkt bringen.
Eine Sache nicht direkt ansprechen, sondern ausweichend formulieren.
Es ist mir völlig egal.
Jemandem viel Glück für eine bevorstehende Aufgabe wünschen.
Eine unangenehme Notwendigkeit akzeptieren.
Zu früh aufgeben, weil man keinen Erfolg mehr erwartet.
Etwas Offensichtliches nicht sehen.
Nachsichtig sein und über einen kleinen Fehler hinwegsehen.
Sehr erfahren, clever und nicht leicht zu täuschen sein.
Untertitel 2
01
Ein Mann fand eines Tages ein Stück einer Landkarte und hatte allen Grund anzunehmen, dass es sich um eine Schatzkarte handelte. Er wollte unbedingt den verborgenen Schatz finden und suchte in den nächsten Wochen und Monaten unermüdlich nach den restlichen Teilen der Karte. Vergeblich.
Da kam ihm eines Tages die Idee, er könnte doch dem Hinweis auf dem einen Stück der Karte erst einmal folgen. Und siehe da: Dort fand er das nächste Kartenstück, wieder mit einem Hinweis darauf. Und so folgte er stets den Informationen, die ihm bereits zur Verfügung standen, und stieß schließlich auf den lange ersehnten Schatz.
Es mag nicht einmal so wichtig sein zu wissen, dass sich der Schatz die ganze Zeit auf seinem eigenen Grundstück befunden hatte. Wichtiger ist vermutlich, was der Mann daraus gelernt hatte: Man braucht nicht immer die ganze Landkarte, um loszumarschieren …
02
Ein Steinmetz saß am Fuße eines mächtigen Berges und bearbeitete in der Hitze der Mittagssonne einen Felsen. Es war sehr anstrengend, und er schaute nach oben und sprach: „Lieber Gott, was bin ich für ein armer Mann. Könnte ich doch die Sonne sein, die auf alles scheint, dann ginge es mir immer gut.“
Er hatte diesen Wunsch gerade ausgesprochen, da wurde er die Sonne. Nun stand er hoch oben am Himmel, schien auf alles herab und freute sich. Plötzlich kamen Wolken auf und versperrten ihm die Sicht auf die Erde. „Lieber Gott“, sagte er, „was nutzt es mir, die Sonne zu sein, wenn die Wolken mächtiger sind? Könnte ich doch die Wolken sein!“
Es dauerte nicht lange, und er war die Wolken und zog gemächlich über die Erde. Ein Sturm kam auf und trieb die Wolken auseinander. „Lieber Gott, wenn der Sturm mächtiger ist, so möchte ich lieber der Wind sein, der über die Erde weht.“ Er wurde der Wind, wehte über die Erde und freute sich an seiner Kraft.
Plötzlich wurde er von einem hohen Berg aufgehalten. Der Wind brach sich an dem mächtigen Berg. „Lieber Gott, so stark möchte ich sein, dass ich sogar den Wind aufhalten kann, und so mächtig.“ Er wurde zu dem hohen Berg und stand majestätisch da.
Auf einmal merkte er, wie unten an seinem Fuße jemand saß und hämmerte …
03
Ein sehr berühmter Jazzmusiker war auf einer Afrikareise, um sich neu inspirieren zu lassen.
Irgendwann sah er in einem Dorf einen Dorfbewohner, der vor seiner Hütte saß und auf einem einsaitigen Instrument spielte. Er ging näher und hörte, dass der Mann immer den gleichen Ton spielte. Ganz begeistert packte der Jazzmusiker sein Saxophon aus und begann, zu diesem Ton zu improvisieren.
Nach einer kleinen Weile setzte er sein Instrument ab und sagte zu dem Dorfbewohner: „Das ist so fantastisch! Lass uns zusammen auf eine große Tournee gehen. Wir werden viel Erfolg haben.“
„Warum? Ich habe meinen Ton gefunden“, war die Antwort.
04
Einmal kam ein sehr ungeduldiger und ungestümer Schüler zum Meister. Er bedrängte den Weisen mit der Frage: „Meister, so verratet mir doch, was das Geheimnis des Lebens ist!“
Der Meister fragte den Schüler: „Kannst du denn ein Geheimnis für dich behalten?“ Voller Erwartung nickte der Schüler eifrig.
„Ja, natürlich kann ich das, Meister – selbstverständlich.“
Der Meister schickte sich an, den Raum zu verlassen. An der Tür drehte er sich noch einmal um und sagte: „Siehst du, ich auch.“